Materialien einkaufen und Produzenten finden auf der Premiere Vision in Paris

Materialien einkaufen und Produzenten finden auf der Premiere Vision in Paris

“Judith, dann musst Du aber bitte mitkommen”, war der erste Satz den ich von meiner Kundin hörte, als ich ihr nahe legte, anstatt der Stoffmessen für Endverbraucher doch bitte mal die Premiere Vision in Paris zu besuchen. Mangelhafte Englischkenntnisse, ein völlig neues Umfeld und fehlende Übersicht ließen den Wunsch bei meiner Kundin aufkommen, nicht alleine zur größten europäischen Stoffmesse zu fahren. 

Gesagt, getan, so reisten wir im Februar diesen Jahres auf die größte europäische Beschaffungsmesse, um neue Lieferanten und Produzenten ausfindig zu machen. Neben meiner Mitreisenden half ich zwei weiteren Kundinnen dabei, die passenden Materialien und Hersteller für Ihre Kollektion zu finden. Wie es uns erging und was Du für Deinen Besuch auf der Beschaffungsmesse lernen kannst, das will ich Dir heute erzählen.

Beschaffungsmesse in Paris
Materialieneinkauf in Paris

Sourcing auf der Premiere Vision in Paris: So findest Du die richtigen Materialien und Hersteller für Dein Modeunternehmen

Der erste Messetag startete früh für uns: Am Hamburger Flughafen checkten wir Richtung Paris ein. Schon kurz nach Messebeginn konnten wir so mittels kostenlosem Bustransfer vom Flughafen aus auf der Messe sein. Und das war gut so, denn wir hatten eine volle to do Liste. Als wir die Messehallen betraten, landeten wir direkt im ersten Trendbereich, der sehr ansprechend wir ein Blumenladen gestaltet war. 

Aktuelle Beschaffungstrends, in diesem Fall für den kommenden Sommer, sind fester Bestandteil der Pariser Messe. Dazu gibt es in den Hallen verteilt mehrere Flächen, die konzeptionell gestaltet sind und wichtige Trendthemen darstellen. Dort findet man jeweils passende Gewebe und Garne, an denen dann auch die jeweiligen Händler verzeichnet sind.

Für uns ging es jedoch zunächst weiter in Richtung eines der Cafes, da wir die Preiskalkulation meiner Kundin zu ende besprechen wollten. Bei einem starken Kaffee diskutierten wir mögliche Zielpreise für Materialien und Zutaten. Fest stand, um dem Endverbraucher einen attraktiven Preis zu bieten, war der Verhandlungsspielraum nicht allzu groß. 

Als wir die Budgets soweit durchgesprochen hatten, schickte ich meine Kundin zunächst alleine los. Ich merkte, dass sie erstmal überhaupt nicht angetan von diesem Gedanken war. Trotzdem vertraute sie meiner Bitte und zog los, um sich einen Überblick über verschiedene Stände zu machen. Neben den innerhalb der Vorbereitung recherchierten Händlern sollten diese Stände zu späteren Anlaufpunkten für uns werden.
Als meine Kundin wiederkam, hatte sie bereits an Sicherheit gewonnen. Dieses “meine Kundin auch mal selber mit einem kleinen Arbeitsauftrag losziehen lassen” wende ich auch sehr gerne innerhalb meiner Beratung an. Das hat den Vorteil, das meine Kundinnen danach meistens selbstsicherer zurück kommen und zukünftig immer stärker lernen, selbstständig zu arbeiten. So war es auch dieses Mal.

Trendsourcing auf der Premiere Vision
Trends entdecken auf der Pariser Messe

Im Folgenden besuchten wir eine Menge Lieferanten: So nutzen wir die große Zahl an Stoffdesignern um uns einzigartige Prints zu sichern, besuchten Hersteller verschiedenster Gewebe und sprachen mit Produzenten. Neben den Preisen wollten wir eine Vielzahl unterschiedlicher Informationen einholen: Lieferzeiten, Qualitäten, Infos übers Unternehmen, Aspekte der Nachhaltigkeit und vieles mehr.

Zwischendurch schickte ich meine Kundin immer wieder alleine los, damit sie weitere Beschaffungsquellen identifizieren konnte. Parallel dazu traf ich zwei weitere Kundinnen auf der Messe, bei denen ich ähnliche Herausforderungen feststellen konnte. Obwohl die Eine Strick und die andere Leder verarbeiten wollte, stellten mir beide ähnliche Fragen: Wie muss ich beim Händler auftreten? Welche Fragen sollte ich stellen? Wie finde ich überhaupt den richtigen Lieferanten?

Am Ende des langen Tages kam ich beim Abendessen mit meiner Kundin auf einen Gedanken: Wie hilfreich wäre es, eine Begleitung mit auf die Messe nehmen zu können? Und so entwickelten wir ein Format, das zukünftig den Weg auf die Premiere Vision erleichtern sollte: Der Workshop “Dein Wegweiser auf der Premiere Vision”. Meine Kundin war begeistert. Im Nachgang der Messe schrieb sie mir folgendes Feedback: 

“Deine Begleitung bei der Messe hat mir das Gefühl der Sicherheit gegeben. Auch als ich allein losgezogen bin, wusste ich, dass ich im Nachhinein einen kompetenten Ansprechpartner zum Austausch und Auswerten hatte. Du hast mir auch während der Gespräche mit einzelnen Händlern gezeigt, wie man diese anspricht und worauf es im Gespräch ankommt bzw achten sollte.”

Wenn Du auch auf der Suche nach einem kompetenten Begleiter für die größte europäische Beschaffungsmesse bist, dann schau Dir den Workshop mal an. Die Premiere Vision ist meiner Ansicht nach was Beschaffungspreise, Trendresearch und natürlich auch Internationalität betrifft noch ein gutes Stück besser aufgestellt als die Munich Fabric Start. Dort findest Du garantiert die passenden Materialien und Produzenten zu einem Preis, der auch Sinn macht. 

Warst Du schon mal auf einer der beiden Messen? Vor welchen Herausforderung hast Du gestanden?

 

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