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Erste Hilfe für Extremsituationen 

Erste Hilfe für Extremsituationen 

Corona Management

Mittwoch noch bin ich bei schönstem Wetter in Berlin von Mitte Richtung Pankow geradelt, inzwischen bin ich frühzeitig wieder zuhause. Mein Kalender nähert sich dem Zustand leerer Seiten, wir sind bundesweit von Schul- und Kita Schließungen betroffen. Die privaten Einschränkungen sind ohne Frage notwendig, offen bleibt jedoch die Frage, welche beruflichen Auswirkungen das auf uns hat.

Die momentane Situation möchte ich zum Anlass nehmen, meine Corona-bezogenen Informationen im Newsletter (Rechts neben diesem Artikel kannst Du Dich anmelden) um einen möglichen Plan für Dich zu ergänzen, welche Schritte Du in solchen Situationen am besten durchlaufen solltest, um Dein Unternehmen möglichst stabil zu halten.

Erste Hilfe für Dein Modeunternehmen: Was tun in Extremsituationen

Die aktuelle Situation um Corona ist bisher einzigartig, dennoch müssen wir fest davon ausgehen, dass solche Vorkommnisse zukünftig wieder passieren werden. Insofern möchte ich Dir hier einige Punkte mit an die Hand geben, die Dir ein Wegweiser durch solche Situationen sein können.

Finanzielles & Sicherheit: 

  • Rücklagen

Bitte prüfe als Erstes Deine Rücklagen. Wie lange kannst Du Dein Unternehmen im Ernstfall ohne Einkünfte finanzieren? 

Wenn Du jetzt feststellen musst, dass der Zeitraum kurz ist, berücksichtige das bitte für die Zukunft. Leg also zukünftig von jeder Einnahme einen gewissen Prozentsatz auf ein Tagesgeldkonto zurück. Ich empfehle Dir, so für mindestens 6 Monate einen Puffer anzusparen. 

Es ist seitens der Regierung in Planung, mögliche Ausfälle von Selbstständigen abzufangen. Sobald ich dazu genauere Informationen habe, werde ich Dich dazu per Newsletter informieren.

Was Du jetzt außerdem in der Extremsituation tun kannst, liest Du in den zwei folgenden Punkten. 

  • Liquidität

Insbesondere wenn Du aktuell über eine geringe Rücklage verfügst, ist Deine Liquidität, sprich das “zahlungsfähig bleiben” umso wichtiger. Was heißt das konkret? Eingehende Aufträge sollten mit Priorität vor allen anderen Tätigkeiten bearbeitet werden. Wenn Du jetzt schon weniger Aufträge verzeichnest, fang jetzt mit den Vorsichtsmaßnahmen an. Welche das sind, liest Du im Abschnitt “Vertrieb” in diesem Artikel. 

  • Absicherung

Über welche Versicherungen verfügt Dein Unternehmen? Bitte prüfe sorgfältig, ob Du im Falle eines Lieferverzugs abgesichert bist. Gleiches gilt für die Absicherung gegen Zahlungsverzug durch Deine Kunden (insbesondere Einzelhändler).

Beschaffung und Produktion:

  • Standorte

Aus welchen Ländern beziehst Du Deine Materialien, wo lässt Du fertigen? Hier lohnt sich ein enger Kontakt mit den Produzenten bzw. Lieferanten: Wie ist die aktuelle Situation vor Ort? Ist davon auszugehen, dass es Produktionsengpässe oder Kurzarbeit gibt? 

  • Lagerhaltung

In diesem Zuge solltest Du Dich auch mit den aktuellen Grenzsituationen auseinander setzen: Sind die Grenzen aktuell offen? Ist von einer Schließung auszugehen? Ich würde Dir in einer Situation, wie wir Sie aktuell Mitte März 2020 haben tatsächlich raten, Ware für mind. 4 Wochen vorzuhalten, die Du an Deine Kunden / Einzelhändler ausliefern kannst. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

  • Beschaffungsalternativen

Spätestens wenn Du merkst, dass es heikel um die Anlieferung neuer Ware wird, solltest Du Dich mal mit Beschaffungsalternativen auseinander setzen. Ich empfehle aber generell immer, mindestens eine alternative Produktionsstätte in petto zu haben und immer nicht alles auf eine Produktionsmöglichkeit zu setzen. 

Vertrieb:

  • Ausrichtung der Verkaufskanäle

Ich habe so die Befürchtung, dass in einer aktuellen Situation wie unserer die Umsätze und Frequenz im stationären Einzelhandel extrem einbrechen werden. Klar, Kontakt mit anderen Menschen sollte in den kommenden Wochen bestenfalls weitesgehend vermieden werden. Was heißt das konkret für Dich?

Wenn viele Menschen zukünftig mehr Zeit zuhause verbringen und auf kurz oder lang in Gefahr laufen, sich zu langweilen, ist davon auszugehen, dass die Zahlen der Online-Verkäufe ansteigen werden. Insofern empfehle ich Dir, besonders jetzt Deine Sozialen Netzwerke ganz aktiv zu pflegen und auf den Onlineshop hinzuweisen, nach passenden Kooperationen zu suchen und wenn möglich, Onlinehändler zu akquirieren. 

  • b2b-Kulanz

Ein weiterer Aspekt, der jetzt wichtig wird, ist das partnerschaftliche Arbeiten mit Deinen Kunden. Ich spreche hier insbesondere von den Einzelhändlern, die Du belieferst. In der aktuellen Situation kann es passieren, dass einige Händler über kurz oder lang in Zahlungsschwierigkeiten kommen. Wenn Du Zahlungsverzögerungen feststellst, würde ich im ersten Schritt immer das persönliche Gespräch suchen. So kannst Du die aktuelle Lage der Einzelhändler am besten einschätzen. 

Wenn Du merkst, dass es gerade schwierig ist, empfehle ich Dir, soweit wie möglich kulant zu sein. In diesen Zeiten müssen wir uns alle unterstützen. In jedem Falle empfehle ich Dir, dann konkrete Zahlungsvereinbarungen mit den in Schwierigkeit geratenen Einzelhändlern zu treffen, damit Du auch Planungssicherheit hast, wann welches Geld eingeht. 

  • b2c-Kundenservice

Hast Du ein eigenes Ladengeschäft oder einen Onlineshop?
Wenn Du einen eigenen Store führst, dann ist jetzt die Zeit, telefonische Beratung und möglichst umfassenden Support anzubieten. Egal ob on- oder offline, mach es den Kunden so einfach wie möglich, ohne persönliche Anwesenheit bei Dir einzukaufen. 

Was mich jetzt brennend interessieren würde: Merkst Du aktuell Einschränkungen durch den Corona-Virus? Wie zeichnet sich die Situation bei Dir ab? Wenn Du mir einen Kommentar dazu hinterlässt, freue ich mich sehr. In jedem Falle wünsche ich Dir, Deinem Team & Deiner Familie eine gesunde, möglichst stabile Zeit. 

 

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